Der Wecker klingelt heute etwas früher. Eine der größeren Touren dieser Reise steht an: die Fahrt von den Popa Falls zum Etosha Park. Laut GPS sind es etwa 650km. Die Fahrt ist lang und langweilig. Die Gegend ändert sich nicht wirklich. Bei Straßenverkäufern erstehen wir noch "Monkey Oranges", deren Inhalt wir später zu einem leckeren Mus verarbeiten.
In Grootfontein kaufen wir beim Spar Markt ein. Direkt daneben ist glücklicherweise ein ATM, damit wir unsere Barreserven für die Tankstelle auffrischen können.
Im Spar Markt gab es auch Potjies zu kaufen. Der kleinste, der mir auch gefallen hat, sollte 348 N$ kosten. Ein fairer Preis, wie ich finde. Leider würde er unser zulässiges Reisegepäckgewicht um einiges sprengen und so lasse ich ihn im Regal stehen.
Grootfontein scheint eine nette Stadt zu sein. Wir fahren aber lieber die restlichen 170km zum Namutoni Camp. Anlässlich der 100 Jahr Feier wurde einiges in den Etosha Park investiert. DIe Bauarbeiten sind in Namutoni immer noch nicht komplett abgeschlossen. Wir haben hier eine Campsite gebucht und schauen uns nach dem Einchecken erst einmal um.
Keine Frage, das Camp ist nach der Renovierung um einiges schöner geworden. Aber ich vermisse den afrikanischen Stil. Das Camp hat einen europäischen Touch bekommen und man könnte meinen, dass es eine Mischung aus Etosha und den Center Parks geworden ist. Geblieben sind die Zebramangusten, die schon bei meinem letzten Besuch hier in Namutoni in ihrer stattlichen Gruppe ihr Zuhause gefunden haben.
Angst haben die possierlichen Tierchen nicht. Es ist die pure Freude, sich zwischen den Kleinen auf den Boden zu setzen und ihrem Spiel und der Futtersuche zuzusehen und ihren Lauten zu lauschen.
Heute ist mal wieder Brot backen im Potjie angesagt. Inzwischen ist das ein Klacks. Zu dem Brot gibt es Gemsqash, Knoblauchbutter, Blattsalat und ein wenig gegrilltes Fleisch, ergänzt mit einer Dose Windhoek Lager... besser geht es nicht :)
Die anschließend besuchten Wasserlöcher des Camps waren eine Enttäuschung! Kein einziges Tier war weit und breit zu sehen. Mag es an dem Baulärm liegen, der die Tiere tagsüber verschreckt? Oder vielleicht, weil andere Wasserlöcher eventuell noch Wasser haben und die Tiere nicht auf die des Camps angewiesen sind? Oder könnte es an der ausgelassenen Partystimmung und dem entsprechenden Lärmpegel liegen, der vom Fort in Richtung Wasserloch schallt?
ETOSHA! Der Etosha Nationalpark ist das Highlight unserer Reise. Was es für uns bedeutet, frei lebende Tiere zu sehen, konnten wir 2001 in Südafrika im Krüger Nationalpark erleben.
Leider war es buchungstechnisch nicht anders möglich, als in Halali zu beginnen, um nach Nanutomi zu fahren und zum Schluss in Okakuejo zu landen.
Also auf nach Halali. Nachdem wir das Eingangtor passiert haben, fahren wir gemütlich weiter. Auch wenn im Etosha Park 60km/h erlaubt sind, fahren wir nicht schneller als 40 km/h. Schließlich wollen wir etwas sehen. Und zwar Tiere! Und da sind sie:
Springböcke, Impalas und etwas weiter weg: Giraffen. Die Aufregung und die Begeisterung steigen deutlich an. Bis nach Halali sind es etwa 80 km. Wir kommen an dem Okaukuejo-Camp vorbei, in dem wir übermorgen schlafen werden. Nach Okaukuejo wird die Straße zum Pad. Der Belag ist außergewöhnlich hell. Wir fahren an Zebras, Oryx-Antilopen, Impalas und Giraffen vorbei. Jedes Tier will natürlich genau beobachtet werden. So brauchen wir für die Strecke nach Halali mehrere Stunden.
Aufregend wird es, als neben uns ein Auto hält und der Fahrer von Löwen nur einige hundert Meter weiter berichtet. Sie sollen in einer Gruppe unter einem Baum liegen. Und tatsächlich! Die Beschreibung war sehr gut und wir können uns an den Löwen nicht satt sehen. Es ist ein Weibchen mit mehreren Jungtieren. Wir können die Kamera nicht mehr aus den Händen legen. Gut, dass es Digitalkameras gibt.
In Halali angekommen, bekommen wir gleich den Schlüssel für unser Häuschen. Im Geschäft nebenan haben wir gleich Lebensmittel für unser BBQ am Abend gekauft. Unser Haus ist sehr sauber. Bei diesem Durchgangverkehr an Reisenden ist das nicht immer normal. Die Einrichtung ist schon recht abgewohnt, aber es funktioniert alles.
Inzwischen ist es bereits 16.30h und wir beschließen, heute das Camp nicht mehr zu verlassen, sondern den Tag ruhig ausklingen zu lassen. Nach einem gelungenen Essen heißt es, lange Kleidung anzuziehen und das Mückenspray zu benutzen. Denn wir wollen noch das beleuchtete Wasserloch besuchen. Gesagt, getan und als wir dort ankommen, sehen wir schon zwei Nashörner, die das Angebot des Wasserlochs gleich nutzen. Kurz darauf kommt eine Gruppe von 20 Elefanten und die Nashörner ziehen sich zurück. Nun ist es mit der Ruhe vorbei. 20 Elefanten machen einen gewaltigen Lärm! Nach einigen Stunden verlassen wir das Wasserloch, denn morgen früh geht es früh aus den Federn. Die Wildnis will schließlich erneut entdeckt werden. Beseelt schlafen wir schnell ein.