Bye bye Olifants. Der Weg fährt uns nun durch den Krüger Nationalpark Richtung Lower Sabie, der nächsten Station. Auf dem Weg dorthin begegnen uns viele Tiere. Hyänen liegen faul am Straßenrand, eine Herde Paviane nutzen die Straße auf ihrem Weg.
Im Camp "Lower Sabie" ist deutlich mehr los. Das Camp ist größer. Hier halten auch Reisebusse. Wir haben Glück und bekommen ein Haus direkt am Fluss.Wir frischen die Vorräte auf. Ich habe Biltong entdeckt. Es macht eindeutig süchtig. Auf der anderen Flussseite spielen Elefanten im Wasser. Was für ein herrlicher Anblick.
Abends gibt es nochmals einen Adrenalinstoß, als ich in der mondhellen Dunkelheit am Zaun stand und plötzlich auf der anderen Seite eine Hyäne daran entlang lief. Natürlich ist zwischen uns ein Zaun, aber wer einmal eine ausgewachsene Hyäne gesehen hat, weiß, wie groß die Viecher sind. Der Schreck war genauso schnell wieder weg wie das Tier in der Dunkelheit.
Überhaupt ist es unglaublich, wie gut sich die Tiere verstecken können. Selbst Giraffen verschwinden einfach nach 50m im Dickicht und man sieht sie einfach nicht mehr. Unglaublich.
Der Impuls überkommt mich, meinen Job zuhause aufzugeben und hier als Wildhüter anzufangen. Muss an dem Afrika-Virus liegen.
Auf zur Pirschfahrt! Das war das Thema heute. Der Tag war voll von Zebras, Elefanten, Impalas, Löwen, Antilopen, Giraffen und anderen Tieren, die unseren Weg kreuzten. Das Gefühl dabei, dass zwischen dir und dem Tier kein Zaun ist, ist unglaublich intensiv. Auch, wenn ich das nicht wirklich bestätigen kann, schätze ich, dass mich hier der Afrika-Virus befallen hat und ich dem Land verfallen bin.
Es ist unglaublich entspannend, in seinem Auto zu sitzen und mit 30km/h durch die Gegend zu tuckern, gelegentlich stehen zu bleiben und sich ein paar Tiere anzuschauen. Und sowas sage ich, der in Deutschland täglich 70km zur Arbeit fahren und mir täglich den Krieg auf den Straßen anschauen muss. Dabei ist eher das Ziel, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen. Hier ist es anders!
Das Olifants Camp liegt auf einer Anhöhe. Da das Camp komplett umzäunt ist, kann man sich gefahrlos frei bewegen. So beendeten wir den Abend auf der Aussichtsplattform, von der aus man in ein Tal schauen kann. Unten konnte man der "Unterhaltung" einer Hippo-Mama mit ihrem Jungen lauschen.
Überhaupt sind die Geräusche hier ganz anders. Eigentlich ist alles anders. Das Licht, die Landschaft, der Geruch, die Geräusche. Ich fühle mich richtig wohl.
Auf dem Weg zum Krüger Park sind wir noch einmal zum "God's Window" gefahren. Die Aussicht wollten wir uns nicht nehmen lassen. Das Wetter war auch deutlich besser und wir konnten die Weitsicht auch wirklich genießen. Der Aussichtspunkt ist ein Muss!
Der Krüger Nationalpark ist ein sehr weitläufiger Park, der sich 350km in Nord-Süd-Ausrichtung und 60km in Ost-West-Richtung erstreckt. Bei einer Fläche von 20000m2 ist er so groß wie Rheinland-Pfalz. Wir haben uns im Olifants Camp einquartiert. Es liegt etwa in der Mitte des Parks. Um dorthin zu gelangen müssen wir ein ganzes Stück weit in nordöstliche Richtung fahren. Auf dem Weg liegen die "Burke's Luck Potholes", eine recht tiefe Schlucht, in der Wasserkraft zeigt, welche interessanten Figuren es schaffen kann.
Unser Eingang in den Krüger Nationalpark ist das Phalaborwa Gate, der bei dem gleichnamigen Städtchen liegt. Hier haben wir uns mit Verpflegung und Benzin für die nächsten Tage eingedeckt, bevor es losging.
Nachdem wir in den Park eingefahren sind, wurden wir gleich von Impalas begrüßt. Jemand sagte mal, dass Imapalas das McDonalds der afrikanischen Wildtiere sei: sie gäbe es an jeder Ecke. Dies sollte sich im späteren Verlauf auch bestätigen, aber dennoch sind die ersten frei lebenden Tiere etwas ganz besonderes.
Noch spannender wurde es, als plötzlich ein einsamer Elefantenbulle aus dem Gebüsch kam und sich ganz gemächlich auf unser Auto zubewegte. Er wurde immer größer und wollte gar nicht stehen bleiben. Zumindest kam es uns so vor.
Auch wenn der Jumbo noch etliche Meter vor uns ein Gebüsch interessanter fand, war das schon mehr als aufregend.
Im Olifants Camp angekommen, haben wir den Abend stilgerecht mit einem Sundowner beendet.