Der Wind hat in der Nacht gedreht und als morgens sehr früh der Wecker klingelt und ich einen Blick Richtung Himmel werfe, sehe ich Sterne. Endlich gutes Wetter!
Heute steht jedoch keine Dünenbesteigung als erstes auf dem Programm, sondern der Besuch der Dead Vlei. Dies ist eine recht große Fläche, auf der eine Menge toter Bäume herumstehen. Klingt zunächst nicht spannend, aber die Fotos, die ich bisher gesehen habe, waren viel versprechend. Nachdem wir den Jeep auf dem entsprechenden Parkplatz abgestellt hatten, stand noch ein Fußmarsch von etwas mehr als einem Kilometer an.
Der Anblick ist völlig bizarr und Größenverhältnisse verschwimmen. Von weitem sieht die Dead Vlei recht übersichtlich aus: eine kleine Fläche mit ein paar toten Baumstämmen, umringt von ein paar Dünen. Je näher man kommt, desto größer wird das Ganze. Menschen, die sich bereits dort auf der Fläche befinden, lassen die reellen Größen erst richtig erkennen. Es mag an den 50-100 Meter hohen Dünen liegen, die den Eindruck täuschen.
Wir sind sehr früh da und außer uns gibt es noch eine Hand voll weiterer Personen, die ihre Fotos schießen. Die Stille ist absolut bemerkenswert. Außer dem Rauschen des Windes hört man absolut nichts. So etwas ist für mich als Stadtmensch (der in einer ruhigen Gegend wohnt) immer wieder auffällig und wohltuend erholsam.
Die abgestorbenen Bäume sind mit dem hellen Untergrund, den orange-roten Dünen und dem blauen Himmel ein willkommenes Fotomotiv und irgendwie fällt es mir schwer, die Kamera irgendwann doch einmal aus der Hand zu legen :)
Als es langsam zu heiß in der Dead Vlei wird, als die Sonne immer höher steigt, treten wir den Rückweg an. Das war genau das richtige Timing, denn uns kamen Busladungen von Touristen entgegen. Wieder einmal freuen wir uns, alleine zu reisen.
Den Tag verbringen wir wieder unter demselben Baum in der Sossusvlei wie gestern und versorgen die kleinen Vögel wieder mit Wasser, das auch gerne angenommen wird. Die Kleinen wissen wohl, dass wir ihnen nichts tun und so springen sie den ganzen Tag um unsere Füße herum, während wir wieder lesend und iPod hörend unter dem Baum im Schatten sitzen.
Den Abend wollten wir diesmal nicht in der Sossusvlei Lodge essen, sondern lieber ein letztes Mal ein Lagerfeuer unter afrikanischem Himmel genießen.
Ausruhen! Entspannung! NIX! Wir haben uns zwar kurz überlegt, nochmals in die Sossusvlei zu fahren, aber schnell beschlossen, heute nichts zu unternehmen und den Tag mit reinem Faulenzen zu verbringen. Ein wenig lesen, ein wenig Musik hören und ein wenig Reisebericht schreiben.
Alles ohne Zeitdruck. Zum Abschluss gab es nochmals ein tolles Buffet. Ein toller Tag!
On the road again... heute steht eine große Etappe auf dem Programm: von Lüderitz zur Sossusvlei. Bevor es losgeht, fahren wir noch an der Kohlmannskuppe vorbei und bestaunen die eingesandeten Häuser.
Die heutige Etappe beträgt etwa 440km. Davon sind nur 120 km geteert. Der restliche Weg ist Pad. Der ist aber teilweise so mies, dass wir nur mit 50km/h vorankommen. Und so brauchen wir für diese Strecke etwa 7 (sieben) Stunden. Dementsprechend gebügelt kamen wir dort auch an. Ich habe kaum einen korrekten Satz Englisch auf die Reihe bekommen. Aber die Strapaze wurde mit dem wohl besten Haus der Lodge belohnt: Nummer 113.
Wie sich herausstellt, hat die "Sossusvlei Lodge" ein künstlich angelegtes beleuchtetes Wasserloch angelegt, an dem sich abends Impalas, Oryxe und Schakale ein Stelldichein geben. Überhaupt sind die einzelnen Häuser außergewöhnlich: Sie bestehen teils aus Stein, teils aus Zelt. Ein Vorraum und das Bad mit Dusche sind aus Stein, der Schlafraum aus Zeltstoff, wobei dort auch der Boden gefliest ist. Das hat den Vorteil, dass sich die Hitze des Tages nicht im Gemäuer fängt und es nachts kühl wird und man gut schlafen kann.