Das war es. Etosha ade! Ich glaub nicht, dass wir noch einmal diesen Park besuchen werden. Bevor wir uns unserem nächsten Ziel zuwenden, fahren wir zu dem Baum, den ich gestern bei meiner Rundfahrt entdeckt habe und der sich als Sonnenaufgangsbild eignet. Es is ein wenig bewölkt. Dazu kommt, dass der Tor-Guard es sehr genau nimmt mit dem Aufschließen des Tores zur angegebenen Zeit. Ich sah schon alle Hoffnung auf ein gutes Sonnenaufgangsbild schwinden. Aber es hat gerade alles gepasst. Die Sonne stand im besten Winkel am Himmel, die Wolken haben sich kurzzeitig verzogen und so bekam ich mein Bild. Eigentlich sollte es dann gleich wieder zurück zum Camp gehen. Wir mussten schließlich noch alles zusammenpacken. Stattdessen ging es noch einmal kurz entschlossen zum Wasserloch "Okondeka". Schließlich leben da Löwen. Trotz einigen Wartens konnten wir die Szene von gestern nicht wiederholen, bei der das Löwenrudel an meinem Auto vorbeiging. Wir bekamen in einiger Entfernung noch einen männlichen Löwen zu Gesucht. Das war für uns ein gelungener Abschied von Etosha.
Nachdem wir kurzerhand alles zusammengepackt hatten, erwartete uns Okonjima. Auf dem Weg aus dem Park standen Giraffen, Zebras und Impalas Spalier, um uns zu verabschieden. Damit sollte der Teil unserer Reise mit wilden, nicht kontrollierten und unabhängigen Tieren enden. Bei dem Gedanken wurde es mir schon schwer ums Herz, wenngleich uns neue aufregende Dinge erwarten.
In Okonjima angekommen fühlen wir uns gleich wohl. Die Atmosphäre, die dort geschaffen wir, ist einfach grandios. Bis zur Pirschfahrt zu den Geparden und dem anschließenden Sundowner ist noch ein wenig Zeit, die wir für Fotos und Panoramen nutzen und um uns ein wenig umzuschauen. Paul - unser Führer auf dieser Tour macht seine Sache sehr gut. Ein wenig schade finde ich, dass die Geparden nicht mehr auf das Auto springen, um ihre Fleischration zu bekommen, auch wenn ich Paul Recht geben muss, was die schwierige Konditionierung von Geparden und Autos in Bezug auf das Futter betrifft.
Der Himmel zieht sich zu und es beginnt leicht zu regnen. Unglaublich in mehrerer Beziehung. Zum einen sind wir nicht ohne Absicht im trockensten Monat hierhin gereist - und zwar um Wolken und Regen die ganzen vier Wochen aus dem Wg zu gehen. Jetzt regnet es schon zum zweiten Mal innerhalb unserer Reise. Erst in Moremi und jetzt hier. Auf der anderen Seite ist das der erste Regen seit April und wir durften ihn miterleben. Und so wird der Sundowner halt in der Lodge eingenommen. Wir lernen wieder eine Menge nette, interessante, offene und freundliche Menschen kennen und der Abend endet mit einem wilden Erfahrungsaustausch an Reiseerfahrungen und Tipps.
In jeder Rezeption des Etosha Parks gibt es ein Buch, in dem Besucher ihre Beobachtungen verzeichnen können. Dort haben wir gestern entdeckt, dass häufig viele Sichtungen von Löwen am Wasserloch "Okondeka" vorgekommen sind. Also ist dies heute das erste Ziel. Um 6.20h wird das Tor geöffnet und los geht es!
Morgens ist alles noch so ruhig. Viele Tiere scheinen mit dem Sonnenaufgang erst aufzuwachen und so geht alles gemächlich voran. Die Giraffe am Wegesrand frühstückt und lässt sich durch mich nicht beeindrucken. Kurz vor "Okondeka" sehe ich sie: Löwen! Zwei männliche und ein offensichtlich schwangeres weibliches Tier. Sie gehen 3 Meter an meinem Auto vorbei und lassen sich in einiger Entfernung unter einem Baum nieder.
Während ich dies hier tippe (S18°99.439' E15°51.866') sehe ich auf "Okondeka" und tausende Vögel fliegen um mich herum, um ihre Mahlzeit für den Tag zu fangen - oder einfach um wie wild herumzufliegen.
Zurück im Camp geht es wild am Wasserloch zu. Eine Herde Elefanten sind angekommen und haben die unzähligen Impalas, Kudus und Oryx-Antilopen kurzerhand vertrieben. Erst einmal in Besitz genommen, baden und spielen die Dickhäuter ausgelassen. Vor allem den Kleinen ist ein deutlicher Spieltrieb anzumerken. Eigentlich bin ich zurück ins Camp um zu frühstücken, aber das wird kurzerhand in ein Brunch umgewandelt. Die Elefanten sorgen für den einen oder anderen Lacher. So macht ein Kleiner es einem Großen nach und läuft munter auf eine Gruppe Impalas zu, um sie zu verscheuchen. Man kann ihm anschließend anmerken, wie er sich wegdreht und gelegentlich einen verstohlenen Blick in Richtung der scheuen Tiere wirft, um das Ganze zu wiederholen. :)
Nach dem Brunch geht es heute mal in den westlichen Teil des Parks. Ich fahre die scheinbar endlose Strecke zum Wasserloch "Ozonjuiti m'Bari". Das ist das für Normaltouristen der westlichste Punkt, den man anfahren darf. Weiter geht es nur mit einem speziellen Permit.
Am Wasserloch angekommen, herrscht hier Chaos. Impalas, Gnus, Zebras, Giraffen, Strauße und Oryxe in einer nicht zu überblickenden Anzahl sind rund um das Wasserloch versammelt und wollen trinken.
Auf dem Weg zu diesem Wasserloch musste ich allerdings feststellen, dass der Zugang zu den Wasserlöchern Adamax, Natco und Leebron gesperrt ist und man keinen Zugang hat. Sehr schade.
Abends war wieder Brot backen im Potjie angesagt. Leichter gesagt als getan, denn Bungalows nahe am Wasserloch haben keine Feuerstelle. Wir haben uns daher hinter das Haus verzogen, um sowohl Kohlen für den Potjie anzufeuern als auch ein Feuer für den Grill zu schüren.
Die abendliche Show am Okaukuejo Wasserloch war wie immer abwechslungsreich. Giraffen, Elefanten, Hyänen und sogar eine Löwin fanden sich ein, um ihren Durst zu stillen. Die Hierarchie zwischen den Tieren wird sehr deutlich. Die Elefanten mögen de Löwen nicht (wahrscheinlich wegen ihrer Jungtiere). Die Nashörner mögen als Einzelgänger eh niemanden, schon gar keinen ihrer eigenen Art. Und das alles vor der Haustür.
Wir packen alles zusammen und fahren Richtung Okaukuejo. Die Straße ist wie leergefegt. Es sind kaum Tiere in Sicht, egal, welches Wasserloch wir anfahren. Hier ein paar Impalas, dort vereinzelt ein Zebra.
Kurz bevor wir in Okaukuejo ankommen, sehen wir schon von weitem weitere Elefanten am Wasserloch "Nebrowni". Hier hat der Schlamm die Farbe von Kalk und so sehen die eingeschlammten Elefanten alle aus wie Gipsstatuen, als sie nach ihrem Bad regungslos in der Sonne stehen, um zu trocknen.
In Okaukuejo habe ich ein Luxus-Bungalow gemietet, um näher am Wasserloch zu sein. Vor vier Jahren war es so, dass man ein ganzes Haus bekommen hat. nach der Renovierung ist das nicht mehr so. Das Haus ist in der Mitte geteilt worden und jede Parte hat quasi eine Doppelhaushälfte. Diese Doppelhaushälfte besteht aus einem Schlafzimmer und einem Bad. (Anmerkung: Panoramabild folgt) In dem Schlafzimmer ist ein Kühlschrank untergebracht. Eine Anrichte für das Zubereiten von Mahlzeiten oder eine Spüle gibt es nicht. Offensichtlich geht die Parkverwaltung davon aus, dass jemand, der sich diese Unterkunft leistet, grundsätzlich im Restaurant essen geht. Ebenso fehlt eine Feuerstelle. Es mag jedoch sein, dass im Rahmen der Renovierung, die noch nicht abgeschlossen ist, eine Feuerstelle vorgesehen ist.
Nach dem Einchecken, der Schlüsselübergabe und einer kurzen Inspektion des hauseigenen Wasserlochs fahren wir los Richtung "Olifantsbad". Kaum sind wir da, sehen wir eine Giraffe trinken. Das ist ein bis dahin eher seltener Anblick in dieser Reise. Mir ist noch nicht klar, was Giraffen aufschrecken lässt. Autos und deren Geräusche scheint es nicht unbedingt zu sein.
Das Gate schließt um 18.50h und so müssen wir wieder los. Auf dem Weg zum Camp sehen wir, dass alle Elefanten weitergezogen sind. Just in time passieren wir das Gate, bevor es hinter uns geschlossen wird. :)
Am Wasserloch des Camps stehen einige Giraffen unschlüssig herum und inspizieren es argwöhnisch. Wir beschließen, einen kurzen Imbiss vorzubereiten und den Abend am Wasserloch zu verbringen. Als wir zurückkommen, ist es passiert. Die Giraffengruppe trinkt. Es sind neun Tiere, die sich an das Wasser begeben haben. Giraffen haben kaum Feinde. Die gefährlichste Aktion für sie ist das Trinken. Damit sie ihren langen Hals zum Boden bewegen können, müssen sie ihre Vorderbeine spreizen. In dieser Position sind sie angreifbar. Dementsprechend nervös sind sie. Ihre Trinkphasen werden oft durch Aufschrecken und plötzliches Aufrichten unterbrochen. Dabei erschrickt nie die ganze Gruppe, wie es in anderen Herden üblich ist, sondern jedes einzelne Tier hat offensichtlich individuelle Warnsignale, auf die es reagiert. Dementsprechend lange dauert die Prozedur.
Es geht zu wie bei einer Tankstelle. Nachdem die Giraffen die Bühne verlassen hatten, kommen zwei Nashörner, danach eine Hyäne und ein Elefant.
Wir stehen vor Sonnenaufgang auf und fahren los. Tiere sind zur Zeit hier Mangelware, zumindest innerhalb der ersten Stunde.
Im Laufe des Tages wird es deutlich besser. Wir sehen sehr große Gnu- und Zebraherden, Impalas stehen an jeder Ecke und können sogar Giraffen beim Trinken beobachten.
Nebenbei sehen wir noch eine Red Hartebeast und unzählige Vogelarten auf unserem Weg. Nur keine Elefanten. Die scheinen irgendwie alle zum Chobe ausgewandert zu sein :)
Wir kommen in Halali an und ich bin gespannt, wie sie hier das Camp hergerichtet haben. Eigentlich kann es mir angesichts der Tatsache fast egal sein, dass wir heute nach knapp drei Wochen Dachzelt zum ersten mal wieder in einem Bett schlafen.
Das Haus, das wir gemietet haben, ist sehr schön hergerichtet. Da hat wohl jemand "Schöner Wohnen" gelesen und einen Designer rangelassen. Hut ab, hier ist alles sehr stimmig und ich überlege kurz, ob ich nach dem Urlaub den Farbeimer zuhause schwingen soll. Aber diesen Gedanken verwerfe ich dann doch wieder sehr schnell... verdammt! Ich hab Urlaub!
Abends geht es noch einmal kurz Richtung Wasserloch "Goas" und - ENDLICH - Tiere. Und zwar Elefanten, die wir bisher schmerzlich vermisst haben. Ich frage mich, ob es homosexuelle Elefanten gibt oder ob das ein Versehen oder doch eher Dominanzverhalten war, jedenfalls wollte ein Bulle einen anderen besteigen. Der konnte sich dafür eher nicht erwärmen.
Das hauseigene Wasserloch von Halali ist - ebenso wie in Namutoni - leer. Auch nach einigem Warten will einfach nichts passieren.

Heute heißt es Abschied nehmen von Savuti. Uns hat die Gegend mit den Tieren außerordentlich gut gefallen. Bevor wir losfahren, wollen wir aber noch an unser inzwischen favorisiertes Wasserloch fahren, an dem wir gestern auch die Löwen gesehen hatten. Das hieß, noch früher aufzustehen. Um 5h klingelte der Wecker und los ging es. Wir waren wohl die ersten, die auf Pirschfahrt gingen. Es ist erstaunlich, was 30 Minuten ausmachen können. Wir haben auf dem Weg zum Wasserloch sehr viele Tiere gesehen, die wir in den vergangenen Tagen suchen mussten. Sie standen einfach am Wegesrand :) : kleinere Kuduherden, Giraffenfamilien, u.v.m.
Am Wasserloch angekommen, wartete bereits ein Elefant auf uns. Ein zweiter gesellte sich hinzu und wir konnten beobachten, wie die Elefanten das von der Wasserquelle bevorzugt haben (es ist ein künstlich angelegtes Loch). Während die beiden tranken, traf eine Gunuherde mit etwa 30 Tieren ein und wartete geduldig, bis die beiden Elis endlich fertig waren. Gnus sind sehr schreckhafte Tiere und es dauerte, bis sie endlich den Mut gefasst hatten, sich dem Wasserloch zu nähern.*

Irgendwann wurde es Zeit, uns von dem Wasserloch und deren Besuchern zu verabschieden. Wir sind zurück ins Camp und haben noch kurz gefrühstückt. Ich habe noch ein paar Panoramaaufnahmen (Anm.: die werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht) von Savuti gemacht und dann hieß es wirklich: Auf Wiedersehen Savuti.
Der Weg Richtung Ihaha ist beschwerlich. Wer meint, dass die in den Karten eingezeichneten Hauptstraßen unseren Hauptstraßen ähneln, hat sich geirrt, zumindest, was die Nationalparks angeht. Die ersten 70-90km waren reine Sandpiste, die irgendwann zu einem Pad wurden und die bei Ngoma zu einer Teerstraße wurde.
Unsere Wasservorräte wurden knapp und so mussten wir zunächst in Kasane für Nachschub sorgen. Kasane ist ein nettes Städtchen, aber wir wollten hier nur Vorräte bunkern und zurück in die Natur. Wir kommen eh in wenigen Tagen hierhin zurück.
Als wir in den Chobe Nationalpark einfuhren, sah der zunächst sehr aufgeräumt aus. Kein Holz lag am Wegesrand herum und es schien, als hätte jemand die Zwischenräume zwischen den Sträuchern gefegt :)
Als wir nach einigen wenigen Kilometern dieses "gefegten" Weges direkt an den Chobe herangefahren sind, war es ein ungeahnter Anblick.
Ich bin kein religiöser Mensch, aber hier drängten sich Begriffe wie "Paradies", "Garten Eden" oder "Arche Noah" einfach auf. Auf einem weiten Feld, das durch den Chobe durchtrennt wurde, befanden sich riesige Elefantenherden, die im Wasser spielten oder fraßen. Warzenschweine, Löwen, unzählige Vögel, Büffelherden in einer riesigen Anzahl an Tieren wanderten durch diese Ebene. Für alle war Platz. Wer die Trockenheit Moremis oder Savutis erlebt hat, bei der die Tiere keinesfalls genug Wasser hatten und sie in einer recht kargen Savannenlandschaft (die zweifelsfrei einen anziehenden Charme hat), ist Chobe eine Art Offenbarung.
Auf dem Weg zu unserem Ziel "Ihaha Camp", sahen wir unzählige Tiere: Löwen, Kudus, Impalas, Zebras, Elefanten, Pavianfamilien, Kaffernbüffel und Touristenbomber. Wieder einmal mehr haben wir uns beglückwünscht, alleine unterwegs zu sein.
Anm. Kristin: Wir konnten außerdem noch ein einzigartiges Beispiel für den sozialen Zusammenhalt in dieser Gnu-Herde erleben, als nämlich - ganz am Schluss der Herde, die fertig getrunken hatte und schon wieder weiterzog - zwei alte oder kranke Herdenmitglieder auftauchten, die unendlich langsam und vorsichtig zum Wasserloch nachschlappten. Um sie aber nicht alleine den Gefahren der Umgebung auszusetzen (in unmittelbarer nähe wussten wir ja jetzt von den Löwen), blieben das Leittier und sein (wir nannten es) "Offizier" so lange bei den Beiden, bis auch diese getrunken hatten. Und das zog sich wirklich ewig hin, denn die Gnus schraken bei jedem auch kleineren Tier, das ans Wasserloch kamen, wieder zurück und mussten sich dann erst wieder lange versichern, bevor sie einen neuen Versuch starteten. Dabei versuchten sie das Leittier und sein "Offizier" immer wieder auch dazu zu animieren, warteten aber ansonsten einfach nur völlig geduldig. Diese Geduld mit Kranken und schwächeren Mitgliedern müssen wir Menschen erstmal hinkriegen!
Pünktlich um 6h fielen die Paviane in unser Camp ein und haben die Bäume genutzt, um den Tau von den Blüten zu trinken und Blätter und Blüten zu essen. Natürlich sind die Viecher auch völlig schamlos und greifen sich alles, was nicht niet- und nagelfest am oder im Auto verstaut wurde. Ich habe vergessen, die Fahrertür zu schließen und *SCHWUPPS* war einer der Racker im Auto. Er ließ sich aber schnell vertreiben - ohne Beute :)
Auf dem vormittaglichen Gamedrive ist nicht viel passiert. Zurzeit scheint es nicht viele Tiere in Moremi zu geben, zumindest nicht in der Umgebung der 3rd Bridge. Aber ganz ohne "Beute" sind wir nicht geblieben. Einige Giraffen, Gnus, Zebras und Impalas kreuzten unseren Weg.
Für den nachmittaglichen Gamedrive haben wir uns den Mbomba-Loop ausgesucht, der in der Nähe der 3rd Bridge startet. Wir starteten kurz vor 17h, fast zu spät, wie sich herausstellen sollte.
Der Loop war recht ereignislos. Es waren kaum Tiere zu sehen. Dafür war die Strecke sehr einfach befahrbar. Das Gelände am Rand des Weges war teilweise verbrannt. Der Brand kann nicht vor allzu langer Zeit ausgebrochen sein, denn die Luft roch nach Ruß. Die Sache mit der Ereignislosigkeit galt zumindest für den ersten Teil. Es änderte sich schlagartig auf dem Rückweg. Der Pfad ging durch einen Wald und die Wege waren sehr verschlungen. Oftmals mussten wir uns Ausweichwege suchen, weil umgestürzte Bäume den Weg versperrten. Es wurde langsam dunkel und es war noch recht viel Weg übrig. Also bin ich so schnell wie möglich gefahren, als Kristin plötzlich rief: "Vorsicht Elefanten!!" Ich legte eine Vollbremsung hin, gerade noch rechtzeitig, damit ein junger Elefant zur Seite springen konnte. Seine Mutter fand das eher nicht witzig. Langsam fuhr ich zurück und überlegte, was wir denn nun tun sollen. Vor uns lag eine recht tiefsandige Strecke, rechts und links wurde sie von je drei Elefanten gesäumt, die genüsslich aßen. Trotz des laufenden Motors und der Vollbremsung schienen sie uns zu ignorieren und sich lieber ihrem Abendbrot zu widmen. Also legte ich den Low-Gear ein und fuhr langsam und beständig durch die Gruppe, auf die Reaktion der Elefanten achtend. Der eine oder andere machte seinen Unmut durch seine Gestik deutlich, aber insgesamt ließen sie uns in Ruhe und aßen lieber weiter. Das war ziemlich aufregend!
Zurück im Camp stand heute das Grillen sämtlichen Fleisches an, das wir in Windhuk gekauft hatten. Leider ist der Gefrierschrank von HH nicht zum Frieren, sondern nur zum Kühlen geeignet und gegrillte Fleisch hält sich nun einmal gekühlt länger.
In der Ferne zog ein Gewitter auf. Wetterleuchten und Blitze zuckten gelegentlich vom Himmel. Es war etwa 15km entfernt und so störte es uns weniger, zumindest so lange, bis bei uns ein feiner Nieselregen einsetzte. "Pula" bedeutet in der Landessprache "Regen" und ist gleichzeitig der Name der Landeswährung. Wir erlebten also etwas Pula in Botswana. Dies ist recht untypisch für diese Jahreszeit. Glücklicherweise war es aber auch nur ein kurzes Wetterintermezzo.
ETOSHA! Der Etosha Nationalpark ist das Highlight unserer Reise. Was es für uns bedeutet, frei lebende Tiere zu sehen, konnten wir 2001 in Südafrika im Krüger Nationalpark erleben.
Leider war es buchungstechnisch nicht anders möglich, als in Halali zu beginnen, um nach Nanutomi zu fahren und zum Schluss in Okakuejo zu landen.
Also auf nach Halali. Nachdem wir das Eingangtor passiert haben, fahren wir gemütlich weiter. Auch wenn im Etosha Park 60km/h erlaubt sind, fahren wir nicht schneller als 40 km/h. Schließlich wollen wir etwas sehen. Und zwar Tiere! Und da sind sie:
Springböcke, Impalas und etwas weiter weg: Giraffen. Die Aufregung und die Begeisterung steigen deutlich an. Bis nach Halali sind es etwa 80 km. Wir kommen an dem Okaukuejo-Camp vorbei, in dem wir übermorgen schlafen werden. Nach Okaukuejo wird die Straße zum Pad. Der Belag ist außergewöhnlich hell. Wir fahren an Zebras, Oryx-Antilopen, Impalas und Giraffen vorbei. Jedes Tier will natürlich genau beobachtet werden. So brauchen wir für die Strecke nach Halali mehrere Stunden.
Aufregend wird es, als neben uns ein Auto hält und der Fahrer von Löwen nur einige hundert Meter weiter berichtet. Sie sollen in einer Gruppe unter einem Baum liegen. Und tatsächlich! Die Beschreibung war sehr gut und wir können uns an den Löwen nicht satt sehen. Es ist ein Weibchen mit mehreren Jungtieren. Wir können die Kamera nicht mehr aus den Händen legen. Gut, dass es Digitalkameras gibt.
In Halali angekommen, bekommen wir gleich den Schlüssel für unser Häuschen. Im Geschäft nebenan haben wir gleich Lebensmittel für unser BBQ am Abend gekauft. Unser Haus ist sehr sauber. Bei diesem Durchgangverkehr an Reisenden ist das nicht immer normal. Die Einrichtung ist schon recht abgewohnt, aber es funktioniert alles.
Inzwischen ist es bereits 16.30h und wir beschließen, heute das Camp nicht mehr zu verlassen, sondern den Tag ruhig ausklingen zu lassen. Nach einem gelungenen Essen heißt es, lange Kleidung anzuziehen und das Mückenspray zu benutzen. Denn wir wollen noch das beleuchtete Wasserloch besuchen. Gesagt, getan und als wir dort ankommen, sehen wir schon zwei Nashörner, die das Angebot des Wasserlochs gleich nutzen. Kurz darauf kommt eine Gruppe von 20 Elefanten und die Nashörner ziehen sich zurück. Nun ist es mit der Ruhe vorbei. 20 Elefanten machen einen gewaltigen Lärm! Nach einigen Stunden verlassen wir das Wasserloch, denn morgen früh geht es früh aus den Federn. Die Wildnis will schließlich erneut entdeckt werden. Beseelt schlafen wir schnell ein.
Weiter geht's nach Nanutomi. Auf dem Weg dorthin will jedes Wasserloch erkundet werden. Auch heute sehen wir wieder unglaublich viele Tiere. Wir stellen fest, dass der Krüger Nationalpark in Südafrika landschaftlich schöner ist, aber die Tiermassen gibt es im Etosha. Wir wundern uns über die Reisenden, die hier 60km/h oder mehr fahren. Viele Tiere kann man bei so einer Geschwindigkeit nicht entdecken.
Man muss es mit eigenen Augen gesehen haben: der Busch ist nicht unbedingt sehr dicht, aber trotzdem verschwinden ganze Giraffen hinter den Sträuchern. Eine Giraffe steht keine 5 Meter neben dem Weg hinter einem höheren Busch und ich hätte sie trotz gemäßigter Geschwindigkeit kaum gesehen.
Das Camp Nanutomi ist wie auch zuvor Halali sehr sauber. Wir gehen für unser BBQ einkaufen und bereiten alles für einen gemütlichen Abend vor. Nach dem Essen geht es auch hier zum beleuchteten Wasserloch. Als sich nach einer Stunde immer noch kein Tier blicken lässt, brechen wir die Sitzung ab und schauen uns heute einen Film auf dem Laptop an.
So im Nachhinein ist es wirklich seltsam. Bei unserem letzten Urlaub in den USA haben wir abends öfter den Fernseher angeschaltet, allein um Nachrichten zu gucken. Dieses Mal ist es anders. Nicht nur, dass wir so gut wie in keinem Hotel einen Fernseher zur Verfügung hatten, sondern wir vermissen ihn noch nicht einmal. "Bushmen-TV" (= Lagerfeuer) ist viel spannender.