Irgendwann in der Nacht hörte es auf zu regnen. Meine Hoffnung, dass der Wind die Wolken bis zum kommenden Morgen vertrieben hat, wurde nicht erfüllt. Wir haben beschlossen, uns heute ein wenig Zeit zu lassen und alles zu ordnen, was wir gestern in der Hektik bei der Flucht vor dem Regen einfach in das Auto geworfen hatten. So langsam kam die Sonne wieder heraus und bot uns einen tollen Blick über den Kwai River.
Gegen 9.30h brachen wir in Richtung Savuti auf. Auf dem Weg dorthin haben wir nicht den Main Track, sondern den Weg gewählt, der direkt am Kwai River entlang führt. Das dauert zwar erheblich länger, aber schließlich sind wir hier im Urlaub und niemand drängelt uns. Der Umweg wurde belohnt. Wir sahen Wasserbüffel, Hippos und viele andere Tiere auf dem Weg, ganz von dem atemberaubenden Anblick der Landschaft abgesehen. Direkt am Fluß gibt es so viel Leben. Die Sonne kam immer mehr heraus und tauchte die Landschaft in ein weiches Licht.
Der gestrige Regen, so unschön er auch gewesen sein mag, half uns auf dem Weg. Die recht sandige Strecke war nun feucht und ließ sich einfach befahren. Der Weg Richtung Savuti teilt sich in zwei mögliche Wege: die Marsh Route und die Sand Ridge. Wir wählten die 4 km längere Marsh Route. Zunächst schien es keine gute Idee gewesen zu sein, denn der Weg war durch den Regen recht matschig und teilweise engkurvig. Unsere Entscheidung wurde dennoch belohnt. Auf dem Weg sahen wir eine Herde Elefanten. Kurz bevor sich beide Wege wieder vereinen, gab es etwas wirklich Spektakuläres! Wir konnten zwei Geparden in 150m Entfernung beobachten, die langsam auf uns zukamen und den Weg keine 100m von uns entfernt passierten. Als ich ausstieg, um bessere Fotos zu bekommen, wurden wir zwar neugierig beobachtet, aber letztlich ignoriert.
In Savuti angekommen eröffnete uns der Ranger, dass die Campsite belegt sei, die wir gebucht hatten. Es wären zu viele unangemeldete Besucher gekommen, dass begonnen wurde, die bisher noch nicht bezogenen Sites zu vergeben.
Na toll.
Wir haben unseren Obolus für den Parkeintritt bezahlt und haben uns auf eine Diskussion mit den Besetzern eingestellt. Es handelte sich um ein südafrikanisches Familientreffen mit fünf Autos. Sie eröffneten uns, dass sie eh am kommenden Morgen weiterziehen wollten und so haben wir uns einfach eine Campsite daneben niedergelassen, die seltsamerweise unbesetzt blieb. Wir haben uns gut mit den Südafrikanern unterhalten und bekamen sogar als Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten noch ein wenig Wurst zum Grillen, auch wenn das nicht nötig gewesen wäre. Es war aber eine nette Geste...
In der Ferne konnten wir noch Elefanten, Löwen und anderes Getier hören, als wir abends am Feuer saßen. Das restliche Fleisch musste gegrillt werden, weil der Freezer leider nur kühlt und das Haltbarkeitsdatum bereit zwei Tage überfällig war. Ich werde mit dem Vermieter mal diesbezüglich ein Wort wechseln müssen.