Ausruhen! Entspannung! NIX! Wir haben uns zwar kurz überlegt, nochmals in die Sossusvlei zu fahren, aber schnell beschlossen, heute nichts zu unternehmen und den Tag mit reinem Faulenzen zu verbringen. Ein wenig lesen, ein wenig Musik hören und ein wenig Reisebericht schreiben.
Alles ohne Zeitdruck. Zum Abschluss gab es nochmals ein tolles Buffet. Ein toller Tag!
Die Nacht war bitterkalt in unserem Halbzelt. Tiefgefroren tauten wir unter der heißen Dusche auf und genossen das Frühstücksbuffet. Zum letzten Mal in dieser tollen Lodge. Begleitet wurde das Frühstück von einer munteren Erdhörnchenfamilie.
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Heute geht es nach Swakopmund. Von der Sossusvlei aus kommt man am besten dorthin, wenn man Richtung Walvis Bay fährt und dort den kleinen Hopser nach Swakopmund macht. Die Fahrt dorthin war ereignislos. Bis auf die letzten 100km vor Walvis Bay: 100km Wüste. Nur Sand. Nichts anderes. Wer jemals im Death Valley in den USA war und meint, dass sei beeindruckend, dem sei gesagt: Death Valley ist etwas für Anfänger!
Die kurze Strecke von Walvis Bay nach Swakopmund eröffnet neue Ansichten Namibias: zum einen mussten wir feststellen, dass es tatsächlich Geschwindigkeitskontrollen in Namibia gibt. Ein BMW (ist mal wieder typisch), der uns schnittig überholt hat, wurde gleich rausgewunken.... Bemerkenswerter ist aber, dass die B2 direkt an der Küste liegt und man kann deutlich sehen, dass die Wüste direkt im Meer endet. Es gibt keinen Grünstreifen wie z.B. an der Ostküste Australiens, die das Meer von der Wüste trennt. Ein sehr beeindruckendes Naturschauspiel.
Gelandet sind wir im "Swakopmund Hotel", das wir sowohl vom Ambiente als auch vom Service eindeutig empfehlen können.
Heute ist Sonntag und alle Geschäfte haben geschlossen. Das hält uns aber nicht davon ab, die Strandpromenade zu inspizieren. Auf dem Weg dorthin wird gleich klar, dass hier die meisten deutschstämmigen Menschen leben.
Diese Form der Architektur findet man in Deutschland immer weniger. Viele Gebäude sind hier um die Jahrhundertwende gebaut worden.... des letzten Jahrhunderts. Wir finden Gebäude von 1904 und 1906. Obwohl die Straßen alle umbenannt wurden, finden wir an dem einen oder anderen Haus alte Schilder mit Straßennamen, wie beispielsweise "Kaiser Wilhelm Straße". Wir können nur hoffen, dass die allgemeine Gesinnung deutlich moderner ist.
Das "Swakopmund Hotel" bietet einen kostenlosen Internetzugang für seine Gäste an. Den nutzen wir gleich, um Urlaubsgrüße zu verschicken.
Das Tagesziel heute ist "Cape Cross", das etwa 120km von Swakopmund entfernt liegt. Hier ist eine Robbenkolonie von riesiger Größe angesiedelt. Es leben etwa 80000 - 100000 Tiere hier in dieser Kolonie. Die Fahrt dorthin fährt über einen sehr guten Pad und ist nach einer guten Stunde hinter uns gebracht. Namibia ist wie jedes andere Land auch: gibt es etwas zu sehen, wird gleich abkassiert. Hier dürfen wir 60 N$ bezahlen, um uns dieses Spektakel anzusehen. Gesagt, getan und wir fahren noch 2km von dem Kassenhäuschen zur Küste.
Als wir die Tür öffnen, möchten wir am liebsten gleich wieder einsteigen. Der Gestank ist fast unerträglich. Wieso muss der Wind eigentlich immer vom Meer Richtung Land wehen? Als wir dann ein paar Meter vom Parkplatz zur Absperrung laufen, eröffnet sich uns ein tierischer Anblick: tausende Robben liegen am Strand, schlafen, spielen oder schreien sich an.
Wir können uns überhaupt nicht satt sehen und vergessen nach kurzer Zeit den penetranten Geruch.
Also Cape Cross ist definitiv ein MUSS jeder Namibiareise und sollten wir noch einmal in diese Region kommen, wird das ganz bestimmt wieder ein Ausflugsziel werden.
Tipp: ziehe nur Kleidung an, die Du am nächsten Tag nicht mehr anziehen willst. Der Geruch der Tiere setzt sich in Kleidung und Haaren fest.
Swakopmund byebye, jetzt geht's in den Norden. Das nächste Ziel ist die "Twyfelfontein Lodge" in Twyfelfontein. Der Ort ist für seine Felsgravuren berühmt.
Wir nehmen die C34 Richtung Cape Cross, biegen dann auf die C35 Richtung Uis ab, um dann die C39 nach Twyfelfontein zu fahren. Die Landschaft wechselt sändig ihr Aussehen.
Bis Khorixas war das auch ein Kinderspiel, aber die letzten 100km nach Twyfelfontein sind mal wieder etwas für den Padliebhaber. Die Strecke ist teilweise nur mit 50-60km/h zu fahren und dementsprechend lange dauert die letzte Etappe und zerrt ganz schön an den Nerven. Die Lodge ist an einen Berghang gebaut und nett anzusehen. Allerdings gibt es außer den Gravuren absolut nichts zu sehen. Wer den beschwerlichen Weg hierhin wagt, sollte sich dessen bewusst sein.
Auf zu den Gravuren! Es gibt zwei Möglichkeiten, sich die Felsgravuren anzuschauen. Zum einen kann man einen Exkurs für 180 N$ p.P. buchen oder das auf eigene Faust versuchen. Da wir versuchen, Gruppenveranstaltungen zu umgehen, beschließen wir, das Unternehmen auf eigene Faust zu führen. Wir lassen und kurz den Weg von der Rezeption erklären und auf geht's. Naja, die Gravuren sind etwa 5km vom Hotel entfernt und sind auf dem Pad recht schnell zurückgelegt. An dem Parkplatz angekommen, müssen wir erfahren, dass man zwingend einen Guide mieten muss. Das wurde weder in unserem Reiseführer noch im Hotel erwähnt. Schade aber auch. Wir empfanden die Gravuren recht unspektakulär. Auch die in der Umgebung angepriesenen Ausflugsziele "Orgelpfeifen" und "Verbrannter Berg" sind absolut keinen Besuch wert.
Wir empfanden, dass mit allen Mitteln versucht wird, hier ein touristisches Ziel zu kreieren. Das mag sicherlich für Anthropologen oder Geologen interessant sein, aber wir Banausen haben den restlichen Tag dann doch lieber dazu genutzt, uns zu entspannen und die mitgenommenen Romane zu studieren.
ETOSHA! Der Etosha Nationalpark ist das Highlight unserer Reise. Was es für uns bedeutet, frei lebende Tiere zu sehen, konnten wir 2001 in Südafrika im Krüger Nationalpark erleben.
Leider war es buchungstechnisch nicht anders möglich, als in Halali zu beginnen, um nach Nanutomi zu fahren und zum Schluss in Okakuejo zu landen.
Also auf nach Halali. Nachdem wir das Eingangtor passiert haben, fahren wir gemütlich weiter. Auch wenn im Etosha Park 60km/h erlaubt sind, fahren wir nicht schneller als 40 km/h. Schließlich wollen wir etwas sehen. Und zwar Tiere! Und da sind sie:
Springböcke, Impalas und etwas weiter weg: Giraffen. Die Aufregung und die Begeisterung steigen deutlich an. Bis nach Halali sind es etwa 80 km. Wir kommen an dem Okaukuejo-Camp vorbei, in dem wir übermorgen schlafen werden. Nach Okaukuejo wird die Straße zum Pad. Der Belag ist außergewöhnlich hell. Wir fahren an Zebras, Oryx-Antilopen, Impalas und Giraffen vorbei. Jedes Tier will natürlich genau beobachtet werden. So brauchen wir für die Strecke nach Halali mehrere Stunden.
Aufregend wird es, als neben uns ein Auto hält und der Fahrer von Löwen nur einige hundert Meter weiter berichtet. Sie sollen in einer Gruppe unter einem Baum liegen. Und tatsächlich! Die Beschreibung war sehr gut und wir können uns an den Löwen nicht satt sehen. Es ist ein Weibchen mit mehreren Jungtieren. Wir können die Kamera nicht mehr aus den Händen legen. Gut, dass es Digitalkameras gibt.
In Halali angekommen, bekommen wir gleich den Schlüssel für unser Häuschen. Im Geschäft nebenan haben wir gleich Lebensmittel für unser BBQ am Abend gekauft. Unser Haus ist sehr sauber. Bei diesem Durchgangverkehr an Reisenden ist das nicht immer normal. Die Einrichtung ist schon recht abgewohnt, aber es funktioniert alles.
Inzwischen ist es bereits 16.30h und wir beschließen, heute das Camp nicht mehr zu verlassen, sondern den Tag ruhig ausklingen zu lassen. Nach einem gelungenen Essen heißt es, lange Kleidung anzuziehen und das Mückenspray zu benutzen. Denn wir wollen noch das beleuchtete Wasserloch besuchen. Gesagt, getan und als wir dort ankommen, sehen wir schon zwei Nashörner, die das Angebot des Wasserlochs gleich nutzen. Kurz darauf kommt eine Gruppe von 20 Elefanten und die Nashörner ziehen sich zurück. Nun ist es mit der Ruhe vorbei. 20 Elefanten machen einen gewaltigen Lärm! Nach einigen Stunden verlassen wir das Wasserloch, denn morgen früh geht es früh aus den Federn. Die Wildnis will schließlich erneut entdeckt werden. Beseelt schlafen wir schnell ein.
Weiter geht's nach Nanutomi. Auf dem Weg dorthin will jedes Wasserloch erkundet werden. Auch heute sehen wir wieder unglaublich viele Tiere. Wir stellen fest, dass der Krüger Nationalpark in Südafrika landschaftlich schöner ist, aber die Tiermassen gibt es im Etosha. Wir wundern uns über die Reisenden, die hier 60km/h oder mehr fahren. Viele Tiere kann man bei so einer Geschwindigkeit nicht entdecken.
Man muss es mit eigenen Augen gesehen haben: der Busch ist nicht unbedingt sehr dicht, aber trotzdem verschwinden ganze Giraffen hinter den Sträuchern. Eine Giraffe steht keine 5 Meter neben dem Weg hinter einem höheren Busch und ich hätte sie trotz gemäßigter Geschwindigkeit kaum gesehen.
Das Camp Nanutomi ist wie auch zuvor Halali sehr sauber. Wir gehen für unser BBQ einkaufen und bereiten alles für einen gemütlichen Abend vor. Nach dem Essen geht es auch hier zum beleuchteten Wasserloch. Als sich nach einer Stunde immer noch kein Tier blicken lässt, brechen wir die Sitzung ab und schauen uns heute einen Film auf dem Laptop an.
So im Nachhinein ist es wirklich seltsam. Bei unserem letzten Urlaub in den USA haben wir abends öfter den Fernseher angeschaltet, allein um Nachrichten zu gucken. Dieses Mal ist es anders. Nicht nur, dass wir so gut wie in keinem Hotel einen Fernseher zur Verfügung hatten, sondern wir vermissen ihn noch nicht einmal. "Bushmen-TV" (= Lagerfeuer) ist viel spannender.
Der nächste Stopp ist das Okaukuejo Camp im Park. Es ist das größte Camp und für die meisten Reisenden der Startpunkt ihrer Etosha-Tour. Für uns wird es der Abschluss sein. Aber jetzt schon Trübsal blasen gilt nicht. Heute steht eine längere Tour an.
Schließlich müssen wir vom Namutoni-Camp quer durch den ganzen Etosha Park, um zu unserem Ziel zu kommen. Das sind zwar nicht so viele Kilometer, aber wir wollen den Park genießen und tuckern mit 40 km/h durch den Park und nehmen jedes Wasserloch auf dem Weg mit, das sich uns bietet.
Wir kommen am späten Nachmittag im Camp an und schauen uns erst einmal um. Hier gibt es wie in den anderen Camps ebenfalls Tankstelle, Supermarkt, Restaurant. Wir werden bestimmt nicht essen gehen. Sofort stürmen wir den Supermarkt und kaufen Holz, Fleisch und alles, was man für einen netten Salat braucht. Der Tag war recht anstrengend und so beschließen wir, das Camp heute nicht mehr zu verlassen, zumal es nicht mehr allzu lange dauert, bis die Tore schließen.
BBQ ist für uns im Urlaub eh das Größte. Natürlich kann man auch mit Kohle feuern. Viel spannender und hierzulande verbreiteter ist es aber, Holz zu nehmen. Jawohl. So ein kleines Lagerfeuerchen auf dem Steingrill ist schon was Feines, vor allem wenn man denTag dabei mit einem Gläschen südafrikanischen Wein Revue passieren lässt.
Ein toller Tag!
TIPP: Wir haben uns eine Behausung der teureren Klasse geleistet. Das können wir auch nur jedem empfehlen. Zum einen ist die Preisdifferenz zu einem Standardbungalow nicht allzu groß, aber man ist deutlich näher am Wasserloch. Je nach Lage kann man abends beim BBQ den Elefanten und anderen Tieren beim Stelldichein zuschauen.
Heute stehen der nordwestliche Teil des Etosha-Parks und die Etosha-Pfanne auf dem Programm. Die Gegend wird immer karger, je näher wir uns der Salzwüste nähern. Wie mit einem Stift gezeichnet hört jegliche Vegetation auf und wir stehen mitten in dem eingetrockneten Salzsee, in die ein Weg etwa 2 km hinein fährt. Diese Entfernung reicht schon aus, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie einsam und lebensfeindlich diese Umgebung ist. Und trotzdem: am Horizont erkennen wir eine Gruppe Zebras, die durch die Wüste wandern. Wie halten die das nur aus?
Zurück in den belebten Teil des Parks fahren wir eine weite Schleife um unser Camp herum. Scheinbar wird dieser Weg nicht so häufig gefahren, denn die Padbeschaffenheit wird immer schlechter. Dafür dürfen wir wieder die Einsamkeit genießen.
Wasser ist ein knappes Gut in dieser Gegend. Das wird ganz besonders deutlich, als eine riesige Herde Zebras unsere Straße kreuzt, um an ein nicht weit entferntes Wasserloch zu gelangen. Es sind hunderte Tiere und bis die alle an ihrem Zielort sind, vergeht mehr als eine halbe Stunde. In dieser Zeit ist an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Wir stellen uns die Frage, wie diese Tiere hier überleben können?

Zebras sind sehr starke und genauso schreckhafte Tiere. Nur vorsichtig nähern sie sich dem Wasser und schrecken bei jedem ungewöhnlichen Geräusch panikartig auf.

Da! Geier! In einiger Entfernung können wir sehen, wie sich einige Geier mit einem Schakal um ein Stück Aas streiten. Es scheint, als hätten die Geier mächtig Angst vor dem kleinen "Hund". Irgendwann wird es ihm aber zu bunt und er schnappt sich ein großes Stück Aas und überlässt den Geiern den Rest. Trotz 480mm-Zoom ist die Entfernung leider zu groß, um wirklich gute Fotos zu machen. Trotzdem kann ich meinen Finger nicht vom Auslöser nehmen.

Es ist inzwischen Nachmittag und wir beschließen, den Abend mit einem leckeren Essen und einem Wein zu genießen und die Tiere am Wasserloch des Camps zu beobachten und uns von Etosha langsam zu verabschieden.
Auf dem Weg zurück ins Camp begegnen wir einem alten, mürrischen Elefantenbullen, der unseren Weg kreuzt. Respektvoll halten wir deutlich mehr Abstand als gewöhnlich. Offensichtlich hat er gerade ein Schlammbad gehabt, denn der Schlamm auf seinem Körper ist teilweise noch feucht. Er guckt argwöhnisch in unsere Richtung und zieht weiter.