Früh aufstehen ist angesagt. Alles verladen, auschecken, Frühstücken und um 7:45h losfahren, um 8:20h mit dem Boot loszufahren. Die Tour macht wieder Spaß. Ganze vier Stunden heizen wir über das recht wellige Meer und zu meiner großen Freude entdecke ich die vermissten Robben von Cape Cross in Walvis Bay. Tausende Robben leben nun hier permanent. Meine Lieblingsvögel - die Pelikane - sind auch reichlich vor Ort und damit ist der Tag gerettet, auch wenn sich nicht allzu viele Delfine einfinden wollten. Nach der Fahrt gab es das obligatorische Austernessen. Sehr lecker.
Die Fahrt zur Sossusvlei war traumhaft. Als wir in den Kuiseb-Pass an der C14 überqueren, müssen wir das eine und andere Mal einfach anhalten, um die Landschaft zu genießen.
Ebenso ist der Namib Naukluft Park landschaftlich sehr, sehr ansprechend. Wir bedauern ein wenig, dass uns die Zeit fehlt, hier länger zu bleiben, aber unsere vorgebuchte Campsite wartet und außerdem wollen wir morgen in die Sossusvlei.

Der Parkangestellte, der die Campsites verwaltet, ist reichlich demotiviert etwas zu tun. Die Campsite zu bekommen entwickelt sich zu einem recht langen Vorgang. Ohne Voucher geht gar nichts und außerdem muss der Eintritt in den Park sofort entrichtet werden. Das alles zu verwalten, dauert seine Zeit. Schließlich bekommen wir Campsite 17 zugewiesen.
Nach unserem Kenntnisstand kann man in der Sossusvlei Lodge zu Abend essen, auch wenn man kein Gast ist, sondern von dem benachbarten Campingplatz herüber kommt. Dieses Mal stellen sich die Angestellten ein wenig an. Man müsse erst prüfen, ob dies möglich sei. Alles ganz wichtig. Natürlich waren noch Kapazitäten frei, denn wir hätten auch ohne Reservierung auf Wunsch noch ein Zimmer der Lodge bekommen können. Dann mussten wir uns noch umsetzen, weil bestimmte Plätze nur den Gästen der Lodge vorbehalten sind. Zu dumm, dass dies einigen Angestellten nicht bewusst ist, die uns bereits Getränke serviert hatte. Das Essen war - wie immer - absolut einmalig. Ich frage mich immer wieder, wie sie es logistisch hinbekommen, so ein reichhaltiges und frisches Buffet in dieser Einsamkeit zu zaubern.
Das Frühstück im Beach Lodge geht meiner Meinung nach um einiges über ein "Continental Breakfast" hinaus. Verschiedenste Brotsorten, Brötchen, Obst, Joghurt, Wurst, Eier und Marmelade sind sehr reichhaltig vorhanden.
Der Versuch, heute eine Bootstour zu buchen war von Erfolg gekrönt. Wir fahren wieder mit LEVO, die spontan zwei Plätze für den morgigen Tag für uns frei hatten.
Zurzeit wird das Beach Lodge erweitert und dementsprechend gibt es Baulärm, der pünktlich um 9h beginnt. Wann die Jungs Feierabend machen kann ich nicht sagen, schließlich verbringen wir die Zeit trotz der sibirischen Temperaturen nicht im Hotelzimmer.
Nach einem Spaziergang am Meer schauen wir uns zunächst die namibianische Designalternative zu den gewöhnlich langweiligen Mobilfunkantennen an. Damit der Bevölkerung und den Besuchern nicht das in Deutschland allzu bekannte Design von langweiligen grauen Mobilfunantennen zugemutet wird, hat man sie kurzerhand braun gestrichen und mit künstlichen Palmenzweigen versehen. Um das Bild zusätzlich aufzulockern, wurden einfach einige echte Palmen herum gepflanzt. Und so entsteht eine Oase der Kommunikation.
Swakopmund selbst hat sich seit meinem letzten Besuch nicht sehr verändert. Die Häuser sind weiterhin in freundlichen und bunten Farben gestrichen und die Menschen allesamt freundlich. Neu für mich war, dass die Jetty teilweise renoviert und begehbar ist. Sehr nett.
Auf dem Holzmarkt ist Treffpunkt für Händler und Touristen :) Es werden die Käufer angegraben und es wird geschachert, was das Zeug hält. Das eine oder andere Souvenir geht auch in unseren Besitz über. Ich fürchte, dass wir bei der Abreise Übergepäck zahlen müssen.
Abends muss zwingend der Kamin im Zimmer ausprobiert werden. Er funktioniert :)