
Eigentlich haben wir uns gestern schon die Stadt ein wenig angeschaut und wissen nicht, was heute nun folgen soll. Also setzen wir uns ins Auto, kaufen ein paar Biltongs und fahren ziellos durch die Straßen. Die Felsenkirche, das Goerke-Haus, noch mal die Stadt...
Aber da war doch noch etwas: das Diaz-Kreuz und der Leuchtturm. Der Weg war schnell gefunden, obwohl auch hier auf alte Pad-Gewohnheiten zurückgegriffen wurde: Hinweisschilder gibt es nur an Abzweigungen. Der Leuchtturm und das Diaz-Kreuz liegen direkt nebeneinander. Zum Kreuz kommt man über eine Holzbrücke, die in Steinstufen endet, die auch erklommen werden wollen.
Oben angekommen kann man nicht nur das Diaz-Kreuz begutachten, sondern auch auf eine kleine Felseninsel direkt vor dem Festland blicken, auf dem sich Robben tummeln.
Unser heutiges Ziel ist Lüderitz. Daher heißt es, sehr früh aus den Federn zu steigen und recht schnell aufzubrechen. Gesagt, getan, ein letzter Blick zurück zum Roadhouse und ab auf den Pad. Wieder empfängt uns das "Nichts" Namibias. Selbst, als wir auf der B1 angelangt sind und Richtung Aus fahren, begegnen uns nur sehr wenige Fahrzeuge. Mit Spannung erwarten wir den ersten "richtigen" Kontakt mit der Wüste. In unserem Reiseführer steht, dass man mit Glück etwa 30km nach Aus Wildpferde erblicken kann.
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Und tatsächlich: in weiter Ferne können wir welche erblicken. Die Landschaft wandelt sich zur Steppe, die zur Wüste wird. Bizarre Landschaften fliegen an uns vorbei, als wir und Lüderitz nähern. Dort angekommen, war es ein leichtes, unser Domizil für die nächsten zwei Nächte zu finden: das "Nest Hotel".
Die Empfangsdame meint es gut mit uns und gibt uns ein Zimmer mit Meerblick. Naja, jedes Zimmer hat hier Meerblick, aber von unserem können wir direkt den Sonnenuntergang genießen. Nach der Fahrerei war das Entspannung pur. Insgesamt ist Lüderitz eher sehr langweilig. Eine Hauptstraße, ein paar kleinere Schotterstraßen drum herum, fertig. Vielleicht mag der erste Eindruck auch negativ ausfallen, da ein penetranter Müllgeruch über der ganzen Stadt liegt. Das Restaurant des Nest Hotels gehört neben dem Hotel definitiv zu den Highlights der Stadt.
On the road again... heute steht eine große Etappe auf dem Programm: von Lüderitz zur Sossusvlei. Bevor es losgeht, fahren wir noch an der Kohlmannskuppe vorbei und bestaunen die eingesandeten Häuser.
Die heutige Etappe beträgt etwa 440km. Davon sind nur 120 km geteert. Der restliche Weg ist Pad. Der ist aber teilweise so mies, dass wir nur mit 50km/h vorankommen. Und so brauchen wir für diese Strecke etwa 7 (sieben) Stunden. Dementsprechend gebügelt kamen wir dort auch an. Ich habe kaum einen korrekten Satz Englisch auf die Reihe bekommen. Aber die Strapaze wurde mit dem wohl besten Haus der Lodge belohnt: Nummer 113.
Wie sich herausstellt, hat die "Sossusvlei Lodge" ein künstlich angelegtes beleuchtetes Wasserloch angelegt, an dem sich abends Impalas, Oryxe und Schakale ein Stelldichein geben. Überhaupt sind die einzelnen Häuser außergewöhnlich: Sie bestehen teils aus Stein, teils aus Zelt. Ein Vorraum und das Bad mit Dusche sind aus Stein, der Schlafraum aus Zeltstoff, wobei dort auch der Boden gefliest ist. Das hat den Vorteil, dass sich die Hitze des Tages nicht im Gemäuer fängt und es nachts kühl wird und man gut schlafen kann.