Nach einigen Tests und Überlegungen komme ich zu dem Schluss, von Apple Aperture zu Adobe Lightroom zu migrieren. Diese Artikelreihe befasst sich mit dem schmerzvollen Weg, den ich während der Migration gehen werde.

Seit 2002 benutze ich Rechner von Apple. Daher genieße ich das Privileg - wie jeder andere Apple-User - zwischen zwei professionellen Programmen zum Thema Fotoverwaltung wählen zu können: Apple Aperture und Adobe Lightroom. Ich war Benutzer von Apple Aperture seit der ersten Stunde. Auch wenn die Version 1.x noch grausam langsam war, gefiel mir der Workflow deutlich besser als der von Adobe Lightroom.
Ich war von Apple Aperture überzeugt, sodass ich die Zertifizierung zum Apple Professional Aperture abgelegt habe.
Inzwischen führen beide Produkte die Versionsnummer 3 in ihrem Namen und es hat sich einiges geändert. Der Workflow beider Programme hat sich angeglichen und es gibt nur noch marginale Unterschiede in der Featureliste. Bis heute hinkt Aperture immer noch an geschwindigkeitsmäßig dem Konkurrenten hinterher - zumindest ist das mein subjektiver Eindruck. Zugegeben: die Geschwindigkeitsunterschiede sind recht gering geworden - bis heute.
Meine Bilddatenbank ist inzwischen 70000 Bilder schwer, das kein Problem für Aperture und Lightroom darstellen sollte.
Seit einiger Zeit wird Aperture immer langsamer. Ich bekomme regelmäßig den Beachball zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten zu sehen. Spaß an einem Programm ist anders. Darüber hinaus werden intelligente Alben nicht mehr vollständig zum iPad oder iPhone synchronisiert.
Um den Fehler zu beseitigen habe ich einiges ausprobiert:
Das Ergebnis war niederschmetternd. Das Beachball-Problem war immer noch da. Was tun?
Was ist passiert? Photokina 2010 ist passiert. Ein Besuch auf dem Stand von NIK eröffnete wieder die Alternative "Lightroom", die ich bis zu dem Tag nicht weiter beachtet hatte. Die Firma bietet ihre Filter in drei Ausprägungen an: je ein Filterset für Aperture und Lightroom und ein Geamtpaket für beide Produkte (inkl. Photoshop), das um einiges teurer ist. Die Preisüberlegung gemischt mit den Problemen in Aperture machen einen Umstieg recht attraktiv, zumal eine Suchmaschinenrecherche nach "Aperture 3 Probleme" und "Lightroom 3 Probleme" ein sehr eindeutiges Ergebnis zugunsten Lightroom liefert.
Der Plan war gefasst: eine Migration zu Lightroom mit einer frei verfügbaren Testversion.
Die erste Ernüchterung kam schnell. Eine automatische Migration war nicht möglich. Zwar lassen sich Schlagworte und deren Zuordnung zu den Bildern migrieren, jedoch gehen sämtliche Bildmodifikationen verloren, da Aperture diese nicht als Bild speichert, sondern die Veränderungen als Textfile speichert. Damit ist gewährleistet, dass das Original nicht verändert wird, Modifikationen kaum Speicherplatz verbrauchen und nachträglich die durchgeführten Modifikationen verändert werden können. Diese Versionen sind zu Lightroom nicht kompatibel.
Trotz der vielen Arbeit will ich den Sprung wagen. Welche Schritte ich dazu durchführe, werde ich in den kommenden Artikeln beschreiben.