Chronories hilft bei der ErstellungManchmal ist es interessant zu wissen, was man wann in der Vergangenheit getan, geplant oder gefühlt hat, welche Themen einen beschäftigt haben oder was man zu bestimmten Themen gedacht hat. Ein Tagebuch unterstützt an dieser Stelle dieses Ansinnen. Wer jemals versucht hat, ein Tagebuch zu führen weiß, welche Dispziplin es verlangt, am Ball zu bleiben. Die (historische) Bedeutung entsteht nur durch das ständige Auffrischen.
An dieser Stelle setzt Chronories an. Chronories ist ein elektronische Tagebuch der Firma Syniumsoftware in Mainz. Durch intelligentes und automatisches Sammeln von Daten während der Benutzung des Computers wird das Erstellen eines Tagebucheintrages unterstützt. So werden beispielsweise automatisch Wetterdaten, benutzte Programme, besuchte Websites und gehörte Musikstücke automatisch gesammelt. Ebenso wird die Zeit am Computer festgehalten und eingegangene Mails des Tages gespeichert.
Dem Benutzer steht es frei, die Sammelleidenschaft von Chonories zu konfigurieren und somit beispielsweise Werbemails nicht erfassen zu lassen oder bestimmte Themen völlig außen vor zu lassen.
Für die Sammlung der Daten wird der Chronories Agent beim Anmelden gestartet und nistet sich in der Menüleiste ein. Von dort aus kann man seine Tagesstimmung per Smiley erfassen, ein Bildschirmfoto oder ein Foto per WebCam von sich selber aufnehmen. Für tiefer gehende Einträge - also dem eigentlichen Erfassen eines Textbeitrages - wird das Hauptfenster geöffnet.
Auswertungen
Die elektronische Erfassung bietet mehr Möglichkeiten als es das analoge Pedant haben kann. Chronories bietet unterschiedliche statistische Auswertungen der erfassten Daten: wie war das durchschnittliche Wetter, mit welchen Personen hatte man die meisten Kontakte, wie lange saß man mal wieder am Computer und vieles mehr. Eine Suchfunktion erlaubt eine Textsuche, sodass vergangene Einträge leicht gefunden werden können.
Chronories benutzt ein proprietäres Datenformat. Damit ist der Zugriff von weiteren Programmen aus nicht möglich. Eine Datenexport ist nicht vorgesehen. So kann der Benutzer nur hoffen, dass der Entwickler Zeit und Lust hat, die Software auf ewig weiterzuentwicklen. Würde Apple von Intel auf eine eigene CPU umsteigen und der Entwickler passt sein Programm nicht weiter an, dann stünden im schlimmsten Fall die Daten von vielen Jahren auf dem Spiel. So gut die Idee von Chronories auch ist, so undurchdacht scheint dieser Punkt zu sein. Wieso die Entwickler kein benutzerfreundliches und quelloffenes Format gewählt haben, bleibt schleierhaft.
An sich sind die Entwickler von Chronories großzügig mit ihrer Lizenzpolitik. Eine Lizenz ist an einen Benutzer gebunden, sodass er Chronories auf seinem iMac und auf seinem MacBook installieren kann. Das macht auch Sinn, denn Daten fallen an unterschiedlichen Orten und mit unterschiedlichen Geräten an und gewährt dem Benutzer die größtmögliche Freiheit, wann und wo er sein Tagebuch pflegt.
Leider legt Chronories seine Datenfiles auf dem jeweiligen Rechner im Ordner Libraries/Application Support/Chronories ab. Somit entstehen mehrere Datenbasen, die pro Tag je nach Gerätenutzung unterschiedliche Ereignisse speichern. De facto führt man mit mehreren Geräten mehrere Tagebücher. Ein Datenaustausch mit Synchronisation ist laut Entwickler zurzeit nicht möglich. Ebenso ist es nicht möglich, den Speicherort der Datenfiles in den Einstellungen zu verändern, sodass ein Workaround über Services wie MobileMe oder Dropbox nicht möglich ist. Leider kann man Chronories auch nicht dazu bewegen, per symbolische Links den Speicherort der Datenfiles zu verbiegen. Man kann wirklich nur hoffen, dass die Entwickler hier schnellstens nachbessern, denn aus meiner Sicht macht dieses "Feature" das Programm leider obsolet. Vielleicht bringt das geplante iPhone-App die gewünschte Funktionalität.
Die Idee von Chronories ist toll, passt in unsere schnelllebige Zeit von Twitter und Facebook und zeigt, dass das Führen eines Tagebuches nicht out ist. In der Tat ist Chronories "Tagebuch schreiben - the Mac Way". Das Konzept ist einfach und griffig und diese beiden Eigenschaften helfen, das Programm häufig zu nutzen. Erfolg wird das Programm aber nur haben, wenn kurzfristig eine Syncronisation mit mehreren Geräten ermöglicht und auf eine offene und zukunftsgerichtete Datenstruktur umgestellt wird.